Dirk und Martin Busch bringen gemeinsamen Song raus

„Rauf und runter“ heißt der neue Song von Dirk und Martin Busch. Am Freitag kommt er raus. 

Weyhe – Das Leben ist wie eine Achterbahnfahrt. Momente des Glücks, der Freude, aber auch der Angst, des Schmerzes und der Unsicherheit wechseln sich bekanntlich ab. Es gibt Situationen, da steht man scheinbar vor unlösbaren Problemen und möchte fast verzweifeln. Doch manchmal gibt es kluge Ratschläge zum Beispiel von Eltern, die ihre Kinder motivieren, an sich zu glauben, um weiterzumachen.

Und siehe da: Es geht wieder aufwärts. Was vorher ein großes Problem war, ist es nachher nicht mehr. Genau darum geht es in dem neuen Lied des Weyhers Dirk Busch, der zusammen mit seinem Sohn Martin ein Duett eingesungen hat.

Der neue Song trägt den Titel „Rauf und runter“ und soll am Freitag, 16. April, bei den einschlägigen Musik-Portalen erscheinen. Der gemeinsame Künstlername: „Busch hoch 2“. Den Veröffentlichungstermin haben die beiden Sänger nicht ganz zufällig gewählt. Auf den Tag genau vor vier Jahrzehnten ist die erste Schallplatte von Dirk Busch herausgekommen. Der Beginn einer erfolgreichen Reihe. „Rauf und runter“ setzt diese fort.

Martin Busch, Moderator und Nachrichten-Sprecher bei Radio Bremen, ist selbst Vater von zwei Kindern und hat den Song der nächsten Generation gewidmet. Seine Kinder sind neun und 15 Jahre alt und seien „noch zu jung, um schon alles in dem Text nachvollziehen zu können“. Man benötige Lebenserfahrung, um die Zeilen zu schreiben, und auch ein wenig, um sie zu deuten. Seine Zeilen sind Metaphern fürs Leben, für den Beruf, für eine Partnerschaft, aber auch für ein sportliches Match, in dem der Ausgang ungewiss ist: „Es geht rauf und runter, vor, zurück. Mal im Kreis und auch gegen die Wand. Es ist zappenduster, strahlend hell. Ab und an stürmt’s am laufenden Band.“

„Aufgeben zählt nicht“

Was wäre aber ein Vater, wenn er seinem Kind dazu rät, einen Kampf einzustellen? Deshalb ist auch für Martin Busch klar: „Aufgeben zählt nicht.“ Seine Botschaft, so glaubt der Radio-Moderator und Autor, werde sein Sohn irgendwann verstehen. „In zwei Jahren macht er das Abitur, und dann wird er sich fragen, wo sein Platz in der Gesellschaft ist.“

Für Martin Busch ist das neue Lied eine Herzensangelegenheit. Die Idee zum Song und zum Text hatte er im Sommer 2020 im Dänemark-Urlaub, als dort insgesamt drei Generationen versammelt waren, blickt er zurück. „Es ist letztendlich eine Geschichte, von der sich jeder angesprochen fühlen kann.“ An sich zu glauben, an einem Ziel festzuhalten, „selbst wenn es schwer ist und es Hürden gibt“, so Busch.

Ein Duett mit dem Vater ist für Busch Junior etwas Besonderes, obwohl er schon Erfahrungen gesammelt hat. Erstmals hatte er 1982 ein Lied mit seinem Vater gesungen, damals für eine NDR-Sendung und für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, erinnert sich Dirk Busch. „Das Lied war ein Beitrag zur Debatte, dass Väter mehr Zeit mit den Kindern verbringen sollten.“

Allein wollte der Kirchweyher Sänger zu diesem Thema nicht auf die Bühne: Er forderte schließlich seinen Sohn erfolgreich auf, ihm zu folgen. „Er war neun Jahre alt und hat mich in Grund und Boden gesungen“, erinnert sich Dirk Busch. Das Lied ist bei Youtube noch zu hören.

Stammgast bei der ZDF-Hitparade 

In seiner musikalischen Karriere hat der Soziologe und langjährige Hochschullehrer der Uni Bremen viele Platten, CDs, Alben und Single-Auskopplungen herausgegeben. Dirk Busch war im Fernsehen ein Stammgast. Er trat in Hunderten von TV-Sendungen auf. „Allein in der ZDF-Hitparade war es ein Dutzend Mal und bestimmt 20 Mal sonntags im ZDF-Fernsehgarten“, erinnert sich Busch. Außerdem gab der Weyher unzählige Konzerte quer durch die Republik vor vielen Tausend Besuchern.

Auf mehreren Touren hat ihn sein Sohn Martin begleitet. Sein zweites Duett sang er 2007. „Das war im Musicaltheater in Bremen“, erinnert sich Martin Busch. Eine Wiederholung folgte auf der gleichen Tour in Bremerhaven. „Da war ich 34“, erinnert sich der Moderator.

Aller guten Dinge sind drei, lautet ein Sprichwort. Jetzt gibt es das dritte Duett, das auf einer CD veröffentlicht wird, auf der insgesamt drei Lieder zu hören sind. Neben „Rauf und runter“ ist das Duett „We are the people of today“ zu hören. Außerdem gibt es auf der CD noch einen auf einem Konzert live aufgenommenen Song „In meinem Bett“, den Dirk Busch ebenfalls mit Sohn Martin gesungen hat.

Die Musik des neuen Vater-Sohn-Stücks hat Martin geschrieben. Karsten Günther hat den Song arrangiert und produziert. „Karsten ist mein Pianist und seit 30 Jahren Musical Director der Dirk-Busch-Band. Das Gitarrensolo im Song stammt von Dirk Schlag (Santiano), mit dem ich seit 25 Jahren zusammenarbeite.“

Die ersten Töne im Kirchweyher Studio aufgenommen

Günther hat die ganzen Ideen von Martin Busch umgesetzt, zum Beispiel den Sound eines Wurlitzer-Electric-Pianos eingearbeitet. „Das habe ich mir gewünscht, dass es so klingt wie in der Band meiner Kindheit, Supertramp. Das hat er wunderbar berücksichtigt.“ Als Song-Schreiber wollte der Radiojournalist Funk im Lied haben, auch das habe der Musiker Günther eingebaut und arrangiert.

Die ersten Töne aber hatten die Mitglieder der Busch-Familie im Kirchweyher Studio aufgenommen. Unterm Dach steht Dirk Busch in mehreren Räumen Studio-Technik zur Verfügung.

Warum es vom ersten Lied bis zur Veröffentlichung Monate gedauert hat? „So ein Lied entwickelt sich“, berichtet Martin Busch. „Man arbeitet an den Textenwürfen, sowie an der Umsetzung. Nicht an einem Stück, sondern in Intervallen.“ Einerseits sei der Musiker, der das Lied arrangiert hat, trotz Corona in musikalischen Projekten eingebunden, und andererseits sei auch noch die eigentliche Arbeit bei Radio Bremen, so der Journalist. Mal bereitete Martin Busch ein Interview mit einem Putin-Experten vor, mal geht es um das Thema Gartentherapie, und dann recherchiert er für eine Corona-Sendung. Für die Reihe „As Time Goes By“, die in anderen ARD-Anstalten zu hören ist, bereitet er derzeit das Thema „80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion“ vor.

Weil der Familienvater selbst beruflich eingespannt sei und wegen der Pandemie, könne er es nicht sagen, wann sein Song auf der Konzert-Bühne eine Premiere feiert. Er hofft, dass sein Lied künftig „auf vielen Playlisten zu finden ist“. Ideal wäre, die Sender spielen „Rauf und runter“ rauf und runter.

 

WESER KURIER

Vater und Sohn als „Busch hoch 2” im Duo

Maike Plaggenborg - 07.05.2021

Zwei Männer, zwei Leben, ein Lied: Der Kirchweyher Sänger Dirk Busch hat mit seinem Sohn eine Single-CD mit dem Titel „Rauf und runter“ veröffentlicht. „Es geht um Eltern und Kinder“, sagt Sohn Martin Busch.

 

 

Weyhe-Kirchweyhe. Über ein leeres Blatt am Anfang, ein volles Leben im Verlauf und das, was dazwischen passiert, singt Martin Busch gemeinsam mit demjenigen, der in Weyhe und weit darüber hinaus viel mehr Menschen bekannt sein dürfte: mit seinem Vater Dirk Busch - Sänger, Komponist, Texter, Produzent und Arrangeur. Gemeinsam sangen sie bereits vor rund 40 Jahren zum ersten Mal, nun gibt es ein neues Stück. „Rauf und runter“ ist ein Mutmacherlied über das Manchmal-aufgeben-wollen und dann Doch-wieder-aufrappeln.

Mit den vertonten drei Minuten und 58 Sekunden haben Martin und Dirk Busch zusammengebracht, was sich fügen ließ: Den Text von Sohn Martin, die Musik von Vater Dirk und die Erfahrung eines - auch gemeinsamen - Lebens. „Ich habe im letzten Sommer den Text angefangen zu schreiben“, sagt Martin Busch -  auf einen Musikentwurf seines Vaters. Mitgewirkt hat außerdem Musikerkollege Karsten Günther. „Der Song entwickelte sich“, berichtet der 48-Jährige, für den sein Vater schließlich auch als Verleger mit ins Boot kam.

Dass Familie und Musik bei den Buschs zusammenkommen, zieht sich durch die vergangenen Jahrzehnte: Dirk Buschs erstes Album entstand gemeinsam mit seiner Ehefrau Elisabeth und bekam den Titel „Kinder, Kinder“. Auch über seine Tochter schrieb er ein Lied. Mit „Du, das machen wir später“ entstand das erste Duett von Vater und Sohn. Da war Martin Busch neun Jahre alt. Auch die Titel „We Are The People Of Today“ und „In meinem Bett“ sind - ältere - Stücke, die Dirk und Martin Busch gemeinsam gemacht und aktuell mit dem neuen Werk „Rauf und runter“ unter dem Namen „Busch hoch 2“ auf einem Mini-Album veröffentlicht haben.

„Es geht um Eltern und Kinder“, sagt Martin Busch über das jüngste Werk. Auch wenn er es mit seinem Vater gemeinsam geschaffen hat: „Es ist nicht geschlechtsspezifisch“. Es gehe darum, trotz Rückschlägen an sich zu glauben. Die kennt Busch junior selbst beispielsweise aus seiner 30 Jahre langen Zeit als leistungsmäßiger Tennisspieler. In der erlebte er aber auch, wie er den einen oder anderen Gegner unerwartet geschlagen hat. Diese Aufs und Abs sind gemeint im Lied und Vater und Sohn sind sich einig, dass es darum geht, seinen eigenen Platz im Leben zu finden. „Väter spielen dabei als Orientierung und Stütze eine wichtige Rolle“, beschreibt es Dirk Busch auf seiner Internetseite. Denn: „Es gibt unendlich Möglichkeiten, Tag und Nacht Jahr für Jahr zu verbringen, nach und nach füllst du die Lebens-Seiten mit Tätigkeiten, Menschen und Dingen“, beschreibt es Martin Busch im Lied.

Dabei war für den 48-Jährigen war lange klar: „Ich wollte mit Stimme und Sprache arbeiten.“ Schon als Jugendlicher wollte er zum Radio. Gedacht, gemacht. Martin Busch arbeitet als Moderator bei Bremen Zwei, ist noch dazu Autor. Wie sein Vater schlägt auch Martin Busch nach dem Studium der Deutschen Sprache, der Politischen Wissenschaft und Soziologie zunächst einen wissenschaftlichen Weg ein. Parallel begleitet auch ihn die Musik. Innerhalb von 20 Jahren habe er zehn Songs gemacht. Inzwischen stellt er fest: „Schreiben wird zunehmend eine Herzensangelegenheit.“

Beim Vater war es immer die Musik. Dirk Busch hatte sein einstiges Studium (Soziologie, Volkswirtschaft und Psychologie) bereits mit dem Musikmachen finanziert. Zunächst hatte er nicht „auf Musik gesetzt“, wie er sagt. „Ich war intellektuell zu neugierig.“ Heute spricht er von zwei Leben: dem als Wissenschaftler und dem als Kreativer und Schreiber. „Ich reagiere sehr stark auf Texte“, sagt der Kirchweyher. „Bei mir muss ein Text sinnlich sein, schlau und berührend.“ Immer habe er versucht, „Geschichten zu erzählen, die nicht belanglos sind“. Als „Themen des Lebens“ fasst er sie zusammen und in Unterhaltungsmusik  verpackt er sie, weil er sich den „Luxus der unkomplizierten Dinge erlauben“ will.

Die Wissenschaft, die Familie, die Musik: Dort laufen die Fäden von Vater und Sohn zusammen - vorbildhaft auf eine Art. „Das Verhältnis war nicht so, dass ich rebelliert habe“, sagt Martin Busch mit Blick auf seine Jugend im elterlichen Hause. Beim Musikgeschmack habe es schon damals „erschreckend viel Übereinstimmung“ gegeben. Während sich seine Altersgenossen dem Punk der Sex Pistols oder den Ärzten zuwandten, lauschte Martin Busch - schon als Kind - dem Jazz und der Klassischen Musik des Keith Jarrett oder dem Pop des Elton John. „Ich war da relativ mainstreamig unterwegs“, meint der Bremer, mit dessen zwei Söhnen das in Sachen musikalischer Übereinstimmung etwas anders laufe. Musikalisch aber seien auch sie: der ältere spielt Klavier, der jüngere Schlagzeug und ist dazu „rhetorisch beeindruckend“. Beide sind sie „Sportskanonen“, sagt Martin Busch, dem sein Vater wiederum eine „Ader für melancholische Songs“ bescheinigt.

Bei Dirk und Martin Busch aber geht es nicht nur um Musik. Schließlich sind sie auch Familie. Was sie in ihren Liedern ansprechen, kommt auch in Gesprächen untereinander auf den Tisch. Über allerlei Themen tauschen sie sich aus. „Wir sind beide impulsive, emotionale Menschen“, sagt Martin Busch. Und was sie haben, sei „intensiv“.

Zur Sache

Vater und Sohn

Dirk Busch stand mit 14 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne, Sohn Martin gemeinsam mit ihm im Alter von neun - da aber vor der Kamera. Beide sind verheiratet und Väter zweier Kinder, beide haben unter anderem Soziologie studiert. Dirk Busch, 1951 im Kreis Dithmarschen geboren, schlug zunächst eine wissenschaftliche Laufbahn ein, wurde mit 28 Soziologieprofessor an der Uni Bremen. Mit „Sie beißt und kratzt“ aus dem Jahr 1985 gelang ihm der musikalische Durchbruch, die Wissenschaft ließ er beruflich sein. Weitere seiner Erfolgstitel sind „Du bist keine Mona Lisa“ (1988) oder auch „Liebst du auch den rauhen Wind“ (1991). Er hat mehrere hundert Titel in sechs Sprachen veröffentlicht.

Martin Busch, geboren in Wermelskirchen, ist nach verschiedenen Stationen als Redakteur und Lehrtätigkeit an der Hochschule Bremen seit 2017 Moderator bei Bremen Zwei. Der in Journalistik und Kommunikationswissenschaft promovierte Wahl-Bremer und Autor ist im Internet auf Youtube im Video zum neuen Lied „Rauf und runter“ gemeinsam mit seinem Vater zu sehen. Es ist außerdem in den gängigen Streaming-Diensten zu hören. Weitere Info unter www.dirk-busch.de.

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